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Nachhaltig öffentlich geförderte Beschäftigung am Ende?

20 Jahre lag arbeit RLP e.V. Jubiläumsveranstaltung am 13.12.2010

  Ein Rückblick von Horst Schneider, 1. Vorsitzender der lag arbeit RLP

Am 08.05 1990 erfolgte die Ein­tragung der AGIB e.V. ins Ver­einsregister, aus der die heu­tige lag arbeit Rheinland-Pfalz e.V. hervorging. Die Gründer­Innen dieses Verbandes zeich­neten sich u.a. durch besonde­re Eigenschaften aus, die auch heute noch von den Führungs­kräften der Beschäftigungs- und Qualifizierungsträger dringend benötigt werden, um den Arbeitsalltag meistern zu können: Kreativität, Flexibilität, Mut und Ausdauer. Dies führte ab den 80er Jahren zu einigen Gründungen von Arbeitsloseninitiativen sowie Beschäftigungs- und Qualifizierungsträgern. Von einer Vision überzeugt sein und einfach machen! Vielleicht blickt heute der ein oder andere sehr nüchtern und kritisch zurück und bemängelt Naivität und fehlende Professionalität. Dennoch haben sich viele Träger dieser Branche weiterentwickelt, sind gewachsen und haben trotz – oft sehr schwierigen - Rahmenbedingungen überlebt.

Die erfolgreiche Arbeit der Mitgliedseinrichtungen - mit ihren ca. 2.000 Stammbeschäftigten - eröffnet pro Jahr ca. 9.000 benachteiligten Menschen am Arbeitsmarkt Chancen auf Integration in die Arbeitswelt bzw. ermöglicht Teilhabe am Erwerbsleben. Die Betriebe bieten ein breit gefächertes Hilfeangebot zugunsten der langzeitarbeitslosen Menschen an: Beschäftigung, Qualifizierung, sozialpädagogische Betreuung, Vermittlung, Ausbildung und dauerhafte feste Arbeitsplätze.

Trotz großem Erfolg, bezogen auf die Integration von kurzfristig arbeitslosen Menschen, gelingt die nachhaltige sozialversicherungspflichtige Beschäf­tigung von langzeitarbeitslosen Menschen mit be­sonderem Hilfebedarf nicht zufriedenstellend. Die Gründe sind vielfältig. Unsere Mitglieder haben diese Menschen und die nachhaltige Förderung trotz schwierigster Rahmenbedingungen nicht aus dem Blick verloren. Hier bedarf es aber einiger Änderungen sowohl im Instrumenteneinsatz als auch grundsätzlich bei der Zielsetzung. Fehlende Wertschätzung für die geleistete Arbeit, immens gestiegener Bürokratieaufwand und ordnungsrechtliche Vorgaben, die immer stärker zu sinnentleerter öffentlich geförderter Beschäftigung führen, sind einige Bedingungen, denen sich heute die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Mitgliedseinrichtungen ausgesetzt sehen.

Auch wenn der Blick nach vorne aufgrund der aktuellen arbeitsmarktpolitischen Vorgaben nicht nur Freude aufkommen lässt, sollten bei einem Rückblick über 20 Jahre die vielen gemeisterten Krisen Mut machen. Ich darf mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Betriebe für die geleistete Arbeit herzlich bedanken. Ich hoffe, Sie erscheinen zahlreich zum Jubiläum zum Feiern, Diskutieren und Lernen.

  Grußwort von Staatsministerin Malu Dreyer

Ein Jubiläum ist immer ein schöner Anlass, gemeinsam zu feiern, zurückzublicken und natürlich auch nach vorn zu schauen. So freue ich mich, mit Ihnen das 20-jährige Bestehen der LAG Arbeit in Rheinland-Pfalz festlich zu begehen. Rückblickend kann man feststellen, dass diese 20 Jahre nicht immer einfach waren. Es gab kleine und große Krisen, aber sie konnten bewältigt werden, und die LAG ist gestärkt aus ihnen hervorgegangen.

Ich denke, ich kann mit Recht sagen: Das Arbeitsministerium war in dieser langen Zeit ein zuverlässiger Weggefährte der LAG Arbeit. Wir haben in all den Jahren eng zusammengearbeitet, Probleme besprochen und auch gemeinsam gelöst. Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erinnern sich noch gut an die ersten Gespräche mit der AGIB unter ihrem damaligen Vorsitzenden Herrn Kohlstruck in den Jahren 1990 und 1991. Das war auch die Zeit, in der die Arbeitsmarktpolitik in Rheinland-Pfalz erstmals an Bedeutung gewann. Mit dem Ökoprogramm des Landes (ABM-Programm) fing 1990 die heutige Arbeitsmarktpolitik an.

Folgende Zahlen verdeutlichen die Entwicklung der vergangenen beiden Jahrzehnte: 1990 gab es 38 Projekte bei 26 Trägern mit einem Gesamtvolumen von ca. 3,9 Mio. DM. 2010 wurden (auf der Basis einer Vielzahl von Programmen) bei rund 200 Trägern 420 Projekte initiiert – und das mit ca. 35 Millionen Euro aus Landes- und ESF-Mitteln. Die landesweit aktuell 420 arbeitsmarktpolitischen Projekte fördern sowohl Maßnahmen zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit (z.B. Weiterbildung, Berufsorientierung oder Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit) als auch Unterstützungsangebote zur Integration in Arbeit.                 [...]

 Das vollständige Grußwort zum Download


  Referat von Jürgen Haßdenteufel, Geschäftsfüher, RD Saarbrücken

Arbeitsmarktpolitik im Zeichen des Wirtschaftsaufschwungs und demografischen Wandels

Erlauben Sie mir zunächst einmal – bevor ich mich dem vereinbarten Thema widme -  der LAG Arbeit Rheinland-Pfalz ganz herzlich zum Jubiläum zu gratulieren. Ich tue das von Herzen, auch wenn uns – denke ich -  hier im Saal  allen bewusst ist, dass der eigentliche  Existenzgrund der LAG ja nun wirklich kein Anlass zur Freude ist. 20 Jahre lang Antworten geben zu müssen auf eines der drängendsten Probleme unseres Wirtschaftssystems, die massenhafte Arbeitslosigkeit, ist nun wahrlich kein Grund zur Freude. Umso mehr aber gebührt den 29 Trägern, die sich mit der LAG im Mai 1990 ihr Sprachrohr geschaffen haben, ein großer Dank für das was sie geleistet haben und was sie auch künftig noch leisten werden.

Ich bedanke mich natürlich insbesondere auch für die die Unterstützung, die gerade auch wir von der Arbeitsverwaltung erhalten haben
•    im Hinblick auf die berufliche und soziale Integration
•    im Hinblick auf die markt- und praxisorientierte Qualifizierung
•    im Hinblick auf die Beschäftigung in einem öffentlich geförderten Arbeitsmarkt .
Das ist der Glückwünsche und des Dankes wert.

Und ich habe nicht zuletzt auch deshalb, bei der Anfrage, ob ich denn bereit sei, ein Statement aus Anlass dieser Veranstaltung abzugeben, gerne ja gesagt. Das Thema unter das die LAG die heutige Veranstaltung gestellt hat, suggeriert natürlich so ein wenig Zeitenwende. Ich behaupte jetzt einfach mal – ohne meinen Ausführung vorgreifen zu wollen -  „Nachhaltig öffentlich geförderte Beschäftigung am Ende!?“ ist zwar ein provozierender aber sicher kein programmatischer Titel. Natürlich, Herr Schneider, verstehe ich Ihre Motivation. Verstehe ich auch die Zuspitzung. Ich will aber einmal aus der Perspektive des maßgeblichen Financiers öffentlich geförderter Beschäftigung in Rheinland-Pfalz versuchen, die Sache ein wenig zu relativieren. Nicht zuletzt aus dem Grund habe ich, meine Damen und Herren,  Herrn Schneider gebeten, für mich den etwas langweiligen -  damit aber (wie ich hoffe) auch sachlichen – Titel „Arbeitsmarktpolitik im Zeichen des Wirtschaftsaufschwungs und demografischen Wandels“ aufzunehmen.                [...]


Weitere Beiträge folgen und werden sobald sie zur Verfügung stehen online gestellt

Zugesagt sind noch die Beiträge von Hans-Peter Eich, Prof. Friedhelm Hengsbach und Prof. Stefan Sell
















Empfang der Gäste

Eröffnung durch Horst Schneider,
1. Vorsitzender der lag arbeit

Das Auditorium

Begrüßung durch Kurt Merkator, Sozialdzernet der Stadt Mainz

Grußwort von Staatsministerin
Malu Dreyer

Grußwort von Hans-Peter Eich, Vorsitender der bag arbeit

Refert von Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach, Sozialethiker

Referat von Jürgen Haßdenteufel, Geschäftsführer RD Saarbrücken

Referat von Prof. Dr. Stefan Sell,
FH Koblenz
  © lag arbeit RLP e.V. 2006
letzte Änderung 09.03.2011